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Ortaire de Coupignys ikonische Sardinenbüchsen-Serie & ihre Position im modernen Kunstkontext

Leuchtender, modellierter Fisch in einer transformierten Sardinenbüchse von Ortaire de Coupigny, detailreiche Mixed-Media-Arbeit.

Nur wenige Künstler verwischen die Grenzen zwischen Skulptur, Malerei und konzeptueller Kunst so überzeugend wie Ortaire de Coupigny. Seine ikonische Sardinenbüchsen-Serie verwandelt ein alltägliches industrielles Objekt in ein kraftvolles künstlerisches Statement und stellt gängige Vorstellungen von Medium, Form und Materialität radikal infrage. Im Spannungsfeld von Assemblage, Pop Art, postmodernem Surrealismus und zeitgenössischem Collectible Design eröffnet diese Werkgruppe einen vielschichtigen Diskurs über Illusion, Handwerk, Humor und Transformation. Der folgende Text verortet Ortaire de Coupignys Arbeiten innerhalb moderner Kunstströmungen – und zeigt zugleich auf, wie sie deren Grenzen überschreiten.


Zwischen Assemblage, Pop Art und surrealer Objektkunst


Ortaire de Coupignys Arbeiten entziehen sich einer eindeutigen Einordnung. Seine skulpturalen und gemalten Fische in metallenen Aluminiumdosen operieren im Zwischenraum von Assemblagekunst, Pop Art, postmoderner Objektkunst und zeitgenössischem Design. Sie unterlaufen sowohl die Konventionen der Malerei als auch jene der Skulptur und Objektkunst. Es handelt sich weder um reine Assemblagen aus gefundenen Objekten noch um klassische Trompe-l'œil-Arbeiten, die Realität imitieren. Und obwohl sie humorvoll wirken, sind sie keine ironischen Kommentare auf Konsumkultur oder wissenschaftliche Präparate in Epoxidharz.


Vielmehr handelt es sich um hochgradig konstruierte, ästhetisierte Kunstwerke. Jede Arbeit ist bewusst komponiert, farblich intensiv und durch die Kombination aus Gravur, Wachs, Pigmenten und Epoxid in sich verdichtet. Sie sind keine nostalgischen Miniaturkabinettschränke, sondern präzise gestaltete, kontrollierte Bildräume, in denen das Spiel von Illusion und Material ebenso wichtig ist wie die erzählerische Ambivalenz.


Jenseits der Readymades: Transformation statt Aneignung


Die Verwendung der Sardinenbüchse erinnert zwar an die Tradition des Readymade, doch de Coupigny betreibt keine Duchamp’sche Aneignung. Der Alltagsgegenstand wird nicht unverändert präsentiert. Vielmehr erfährt er eine umfassende Transformation: Durch Gravuren, skulpturale Eingriffe und farbintensive Pigmentschichten wird die Dose selbst zu einem tragenden Element der Gesamtkomposition. Während die poetischen Assemblagen Joseph Cornells Raum für subjektive Assoziationen lassen, behaupten sich Ortaire de Coupignys Arbeiten mit großer Entschiedenheit. Ihre Intensität entsteht aus der handwerklichen Präzision, der kontrollierten Materialität und der überhöhten Farbigkeit.


Nähe und Distanz zur Pop Art


Wenn eine Verbindung zur Pop Art besteht, dann nicht über die Reproduktion von Konsumbildern oder die mechanische Seriosität Warhols. De Coupignys Werke unterlaufen den Geist des Seriellen, indem sie obsessive Handarbeit und Unikatcharakter ins Zentrum stellen. Die vertraute Form der Sardinenbüchse wird nicht reproduziert, sondern neu interpretiert – als Behältnis für leuchtende, skulpturale Wesen, die mit Warenästhetik kaum noch etwas zu tun haben. Die Ironie, die Pop Art oft begleitet, wandelt sich bei de Coupigny in einen spielerischen, manchmal absurden Humor, der mehr Fragen aufwirft als beantwortet.


Zwischen Hyperrealismus und surrealer Überhöhung

Auch Hyperrealismus ist nicht das Ziel. Die Fische sind detailreich modelliert, aber nicht naturgetreu im wissenschaftlichen Sinn. Ihre irisierenden Farben, metallischen Schimmer und übersteigerten Formen verweisen auf surreale Bildwelten, in denen Realität stets ein wenig verrückt wirkt. Anders als Damien Hirsts klinische Präparate bewahren de Coupignys Fische eine expressive Offenheit – sie sind Andeutungen, keine Definitonen.


Contemporary Collectible Design – und darüber hinaus

Im Bereich des zeitgenössischen Collectible Design nimmt Ortaire de Coupignys Werk eine besondere Position ein. Seine Arbeiten besitzen die Eleganz, Präzision und Materialqualität von Designobjekten, verweigern sich aber jeder Funktionalität oder dekorativen Vereinnahmung. Sie sind keine Luxusobjekte und auch keine limitierten Designeditionen. Jedes Werk bleibt unberechenbar, individuell, leicht widerspenstig – ein Unikat mit hohem ästhetischem Eigenwillen. In dieser Mischung aus Raffinesse und Widerstandskraft liegt ihr besonderer Reiz.


Das produktive Dazwischen

Dass sich seine Arbeiten keiner Bewegung eindeutig zuordnen lassen, macht ihren Kern aus. Sie leben vom Dazwischen: industriell und intim zugleich, skulptural und malerisch, humorvoll und ernst, begrenzt im Format und grenzenlos in der Bedeutung. Ortaire de Coupignys Fische scheinen auf den ersten Blick eingefroren, doch sie bewegen sich in einem Feld von Anspielungen, Illusionen und Emotionen. Mit ihrer präzisen Materialität, der Verschmelzung von industriellen und künstlerischen Techniken und ihrer poetischen Überzeichnung behaupten sie eine einzigartige Position in der zeitgenössischen Kunst.



Fashion Week - Artwork by Ortaire de Coupigny
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