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Kwon YoungJins Star: Ayatori, Erinnerung und die fragile Geometrie der Verbindung

Hände mit rotem Faden in Sternform, Ayatori-inspiriertes Shikishi-Kunstwerk von Kwon YoungJin.

Star ist ein Originalkunstwerk der südkoreanischen Künstlerin Kwon YoungJin, geschaffen mit Aquarell, Acrylgouache und Gesso auf einem japanischen Shikishi-Kunstboard.


In Star verwandelt Kwon YoungJin ein einfaches Kinderspiel in ein stilles und emotional aufgeladenes Bild. Zwei Hände treten aus einem tiefschwarzen Hintergrund hervor und halten einen roten Faden, der zur Form eines Sterns gespannt ist. Die Geste erinnert an Ayatori, das traditionelle Fadenspiel, bei dem zwischen den Fingern durch Spannung, Bewegung und Gleichgewicht Formen entstehen.


Ayatori wird oft in der Kindheit gespielt und entsteht aus fast nichts: einer Fadenschlinge, zwei Händen und einer Abfolge feiner Gesten. Doch in dieser Einfachheit erscheinen und verschwinden ganze Formen. Ein Stern, eine Brücke, eine Leiter, eine Wiege — jede Figur existiert nur für einen Augenblick, gehalten durch Aufmerksamkeit und Berührung.


Ein Kinderspiel wird zur Malerei


Kwon YoungJin stellt Ayatori nicht als Spiel dar, sondern isoliert seine wesentliche Geste. Die Hände bewegen sich nicht. Der Faden ist nicht länger Teil eines Spiels in Bewegung. Stattdessen hält das Bild einen schwebenden Augenblick fest, als wäre die Erinnerung selbst zum Stillstand gekommen.


Der rote Faden bildet einen Stern, doch die Form wirkt verletzlich. Sie hängt ganz vom Druck der Finger und vom Gleichgewicht zwischen den beiden Händen ab. Bewegt sich eine Hand zu stark, verschwindet die Figur. Diese Spannung verleiht dem Werk seine emotionale Kraft.


Roter Faden, schwarzer Raum


Die Komposition ist äußerst zurückhaltend. Vor dem mattschwarzen Hintergrund erscheinen die Hände weich leuchtend, fast schwebend. Die Dunkelheit umgibt sie nicht nur; sie vertieft die Stille des Bildes.


Der rote Faden wird zum einzigen klaren Farbelement. Er ist dünn, hell und präzise, aber niemals dekorativ. Er trägt die Struktur der Komposition. Zugleich verweist er auf unsichtbare Bindungen: Zuneigung, Schicksal, Abhängigkeit oder Erinnerung.


In der ostasiatischen Bildkultur ruft der rote Faden oft Beziehungen hervor, die unsichtbar, aber tief empfunden sind. In Star wird diese Idee mit großer Zurückhaltung behandelt. Der Faden erklärt das Bild nicht. Er hält es zusammen.



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